Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundfähigkeitsversicherung:

Finanzielle Absicherung beim Verlust elementarer geistiger oder körperlicher Fähigkeiten

Beim Verlust elementarer geistiger oder körperlicher Fähigkeiten zahlt die Grundfähigkeitsversicherung eine Rente. Sie kann eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein, wenn diese zu teuer ist.

Inhaltsübersicht

Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Risikoversicherung und wird auch als Funktionsinvaliditätsversicherung bezeichnet. Sie zahlt dann eine Rente, wenn grundlegende körperliche oder geistige Fähigkeiten verlorengehen. Zu solchen Fähigkeiten gehören Sehen, Sprechen oder der Gebrauch der Hände. Je nach Anbieter sind unterschiedliche Fähigkeiten definiert, bei deren Verlust die Versicherung eine Rente zahlt.

In den Vertragsbedingungen ist festgelegt, wie viele Fähigkeiten der Versicherte verlieren muss, um eine Rente zu erhalten. Nicht die Arbeitskraft, sondern bestimmte Fähigkeiten werden abgesichert. Die Ursache für den Verlust der Fähigkeiten spielt keine Rolle.

Funktionsweise der Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung sichert nicht die Arbeitskraft, sondern bestimmte Fähigkeiten ab. Sie zahlt beim Verlust dieser Fähigkeiten eine monatliche Rente. Oft sind die Hürden für die Versicherungsleistung hoch. Der Versicherte muss bestimmte Fähigkeiten vollständig verloren haben oder in diesen Fähigkeiten stark beeinträchtigt sein, um eine Leistung zu erhalten. Bevor die Versicherung abgeschlossen wird, ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich.

Die Versicherung zahlt beim Verlust vertraglich definierter Grundfähigkeiten auch, wenn der Versicherungsnehmer dadurch nicht berufsunfähig wird und noch arbeiten kann. Voraussetzung, um eine Rente zu erhalten, ist neben dem Verlust der Grundfähigkeit oft auch eine Einstufung mindestens in den Pflegegrad 2 oder 3. Zumeist wird eine Rente nur gezahlt, wenn die Grundfähigkeit für mindestens zwölf Monate verlorengeht. 

Leistungen der Grundfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung leistet, wenn der Versicherte voraussichtlich mindestens zwölf Monate lang in einer grundlegenden Fähigkeit beeinträchtigt ist oder diese Fähigkeit dauerhaft verliert. In den Vertragsbedingungen ist genau festgelegt, wie stark die grundlegenden Fähigkeiten beeinträchtigt sein müssen, damit die Versicherung zahlt.

Beim Eintritt der Beeinträchtigung oder beim Verlust der Fähigkeit zahlt der Versicherer die vor Vertragsabschluss vereinbarte monatliche Rente. Versicherer können einen prozentualen Betrag Ihres Bruttoeinkommens oder eine allgemeine Maximalsumme als Rente festlegen. Einige Versicherer bieten die Grundfähigkeitsversicherung in Kombination mit der Dread-Disease-Versicherung an.

So erhalten Sie, wenn Sie an einer schweren Krankheit leiden, die in den Vertragsbedingungen festgehalten ist und zur Beeinträchtigung geführt hat, zusätzlich zur Rente auch eine Einmalzahlung. 

Der Leistungsbezug bei der Grundfähigkeitsversicherung endet, wenn der Versicherungsnehmer wieder seine zuvor beeinträchtigte Fähigkeit zurückerlangt oder verstirbt. Er kann auch mit dem Eintritt der Altersrente enden.

Unterschiede der Grundfähigkeitsversicherung zu Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung unterscheidet sich von der Berufsunfähigkeitsversicherung und der Erwerbsunfähigkeitsversicherung darin, dass die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit nicht eintreten muss, wenn der Versicherer eine grundlegende Fähigkeit verliert oder darin beeinträchtigt ist.

Er kann trotz Verlust dieser Fähigkeit mitunter noch einen Beruf ausüben. Anders als in der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird nicht die Arbeitskraft, sondern grundlegende Fähigkeiten abgesichert. Viele Ursachen einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit sind bei dieser Versicherung nicht abgedeckt.

Während die Berufsunfähigkeitsversicherung schon zahlt, wenn der Versicherte seinen Beruf mindestens sechs Monate nicht ausüben kann, zahlt die Grundfähigkeitsversicherung erst, wenn der Verlust oder die Beeinträchtigung einer Fähigkeit mindestens zwölf Monate andauert.

Die Grundfähigkeitsversicherung sichert weniger Risiken ab als die Berufsunfähigkeitsversicherung und ist daher auch preiswerter. Allerdings gelten hohe Hürden, damit die Rente gezahlt wird. 

Berufsunfähigkeitsversicherung – Tarifvergleich 2022

Lass dich kostenlos und unverbindlich beraten, um den besten Tarif für dich zu finden

Grundfähigkeitsversicherung kein Ersatz der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Grundfähigkeitsversicherung ist kein Ersatz der Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie deutlich weniger Risiken absichert. Sie bietet lediglich ein Mindestmaß an Schutz, da keine Erkrankungen wie Herzinfarkt, Rückenbeschwerden, psychische Erkrankungen oder Krebs versichert sind, die häufig zur Berufsunfähigkeit führen.

Die meisten Ursachen einer Berufsunfähigkeit führen nicht zwangsläufig zum Verlust einer Grundfähigkeit. Nur dann, wenn der Versicherte mindestens eine oder beim Fähigkeitskatalog B mindestens drei Grundfähigkeiten vollständig verliert oder extrem stark beeinträchtigt ist, zahlt die Versicherung.

Sie bietet jedoch eine geringe Absicherung und ist besser als gar keine Absicherung.

Gegenstand der Versicherung

In der Grundfähigkeitsversicherung ist lediglich der Verlust grundlegender Fähigkeiten versichert, die in den Versicherungsbedingungen festgeschrieben sind. Je nach Versicherer gelten unterschiedliche Fähigkeiten, bei deren Verlust die Versicherung leistet. Auch der Grad der Beeinträchtigung kann abhängig vom Anbieter unterschiedlich hoch sein.

Bei vielen Versicherern sind die Fähigkeiten in zwei Gruppen eingeteilt. Der Fähigkeitskatalog A umfasst meist Sprechen, Sehen und den Gebrauch der Hände. Geht eine dieser Fähigkeiten verloren, erhält der Versicherte die vereinbarte Leistung. Der Fähigkeitskatalog B definiert weitere Fähigkeiten wie: 

Mindestens drei dieser Fähigkeiten aus dem Fähigkeitskatalog B müssen verlorengehen, damit die Grundfähigkeitsversicherung eine Rente zahlt. Bei einigen Anbietern gehört auch der Verlust geistiger Fähigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis zu den Leistungsfällen. Der Versicherte muss jedoch unter gerichtlich bestellter Betreuung stehen, um eine Rente zu erhalten. 

Für wen sich diese Versicherung eignet

Die Versicherung ist für diejenigen geeignet, die einen grundlegenden Versicherungsschutz suchen, denen aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist. Sie eignet sich beispielsweise für Handwerker, bei denen es auf grundlegende Fähigkeiten wie Sehen oder den Gebrauch der Hände ankommt.

Menschen mit körperlicher Arbeit, die auf viele grundlegende Fähigkeiten angewiesen sind, aber nur über ein geringes Einkommen verfügen, können diese Versicherung abschließen. Sie ist keine Alternative für Menschen mit Vorerkrankungen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können.

Auch bei der Grundfähigkeitsversicherung erfolgt eine Gesundheitsprüfung. Menschen mit Vorerkrankungen oder gesundheitlichen Risiken müssen mit höheren Prämien oder Ausschlüssen rechnen.

Faktoren, die sich auf die Kosten auswirken

Die Kosten der Grundfähigkeitsversicherung hängen von der vereinbarten Rente, aber auch vom Alter des Versicherungsnehmers beim Abschluss der Versicherung ab. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, grundlegende Fähigkeiten zu verlieren. Daher sind die Prämien umso höher, je älter der Versicherte beim Versicherungsabschluss ist.

Weitere Faktoren, die sich auf die Kosten der Versicherung auswirken, sind die Vertragslaufzeit und der Gesundheitszustand des Versicherten. Der Versicherte kann in eine Risikogruppe eingestuft werden oder muss aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen mit höheren Kosten rechnen.

Mitunter können auch verschiedene Tarife gewählt werden, die mit unterschiedlichen Prämien verbunden sind. Die Kosten bei den verschiedenen Versicherern unterscheiden sich. Daher sind eine individuelle Beratung und ein Vergleich der Bedingungen und Kosten bei den verschiedenen Anbietern wichtig, bevor Sie diese Versicherung abschließen.

Was kostet die Grundfähigkeitsversicherung?

Da die Kosten dieser Versicherung bei den verschiedenen Anbietern stark voneinander abweichen können und von verschiedenen Faktoren abhängen, ist keine pauschale Aussage über die Kosten möglich. Die Kosten sind günstiger als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die Unterschiede in den Kosten sind auch nicht so gravierend in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sollten nicht nur auf günstige Kosten achten, sondern auch auf die geeignete Höhe der Rente. Als Faustformel gilt, dass Sie eine monatliche Rente vereinbaren sollten, die drei Viertel Ihres monatlichen Nettoeinkommens beträgt. 

Was Sie vor dem Vertragsabschluss beachten sollten

Bevor Sie eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen, sollten Sie die Kosten und Konditionen bei den verschiedenen Versicherern vergleichen. Achten Sie darauf, welche Fähigkeiten in den Vertragsbedingungen definiert sind und wie stark die Beeinträchtigung sein muss, damit die Versicherung zahlt.

Damit der Versicherer für Ihre individuellen Bedürfnisse geeignet ist, sollten Sie darauf achten, welche Fähigkeiten in Ihrem Beruf am wichtigsten sind. Hier kommt es auch auf Details bei den Fähigkeiten an. Einige Versicherer zahlen erst, wenn der Versicherte beide Hände nicht mehr gebrauchen kann. Andere leisten hingegen schon, wenn der Gebrauch von nur einer Hand nicht mehr möglich ist.

Achten Sie vor dem Vertragsabschluss auch auf die Gesundheitsfragen und die Risikoprüfung. Je höher das Risiko, desto höher fallen die Prämien aus. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit von vereinfachten Gesundheitsfragen. Die monatliche Rente liegt dann allerdings oft nur bei 1.000 Euro.

Wichtige Fakten im Überblick

Möchten Sie eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen, sollten Sie die folgenden Fakten berücksichtigen:

Warum Sie auf individuelle Beratung und Vergleich nicht verzichten sollten

Bevor Sie eine Grundfähigkeitsversicherung abschließen, sollten Sie nicht auf eine umfassende individuelle Beratung verzichten. Bei uns erhalten Sie eine komplexe Beratung, um den Anbieter zu finden, der am besten zu Ihren Bedürfnissen passt. Abhängig von Ihrem Beruf, Ihren Risiken und den individuellen Bedürfnissen vergleichen wir mit Ihnen die Konditionen und die Prämien bei den verschiedenen Anbietern. So bekommen Sie genau den Tarif, der Ihre Anforderungen am besten abdeckt. 

Fazit:

Die Grundfähigkeitsversicherung sichert nicht die Arbeitskraft, sondern grundlegende Fähigkeiten ab. Beim Verlust einer oder mehrerer dieser Fähigkeiten zahlt die Versicherung die vereinbarte monatliche Rente. Die Grundfähigkeitsversicherung ist keine echte Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie weniger Risiken abdeckt. Viele Risiken, die bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgedeckt sind, führen nicht zwangsläufig zum Verlust grundlegender Fähigkeiten. Die Grundfähigkeitsversicherung eignet sich für diejenigen, die Versicherungsschutz benötigen, denen aber die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist.

Persönliche Beratung, die dir wirklich weiterhilft.

Wir unterstützen Sie gerne mit einem neutralen Vergleich und über 15 Jahre an Erfahrung.