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Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich

Ratgeber · Berufsunfähigkeitsversicherung

Arbeitsunfähigkeitsversicherung

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  • Ratgeber: Arbeitsunfähigkeitsversicherung
  • Absicherung bei langer Krankschreibung
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Aktualisiert am Lesezeit ca. 10 Minuten

Mehr als nur Berufsunfähigkeit: Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist eine Weiterentwicklung der Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ist sinnvoll, um Erkrankungen mit längerer Arbeitsunfähigkeit abzusichern, bei denen Aussicht auf vollständige Genesung besteht. In der Berufsunfähigkeitsversicherung kann dafür eine Arbeitsunfähigkeitsklausel vereinbart werden. Ob und zu welchen Bedingungen ein Tarif mit AU-Klausel für Sie infrage kommt, zeigt Ihnen ein kostenfreier BU-Vergleich, den Sie hier anfordern können.

Häufig wird die Arbeitsunfähigkeitsversicherung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung verwechselt – auch weil beide Begriffe im Alltag oft synonym verwendet werden. Zwischen Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied, der darüber entscheidet, welche Absicherung im Ernstfall zahlt. Nicht grundlos bieten viele Versicherer zu ihrer BU die Absicherung der Arbeitsunfähigkeit als Zusatzbaustein an.

Was ist eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?

Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung sichert den vorübergehenden Zustand der Arbeitsunfähigkeit ab – in der Praxis meist als Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) in einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die bei längerer Krankschreibung eine Monatsrente zahlt. Eine Arbeitsunfähigkeit muss nicht zwangsläufig zu einer Berufsunfähigkeit führen. Sie ist oft nur vorübergehend, weil Aussicht auf vollständige Heilung besteht. Eine Berufsunfähigkeit ist dagegen langfristig.

Der Begriff wird in zwei Bedeutungen verwendet:

BedeutungWas ist das?Wann wird gezahlt?Leistung
AU-Klausel in der BU (häufigste Bedeutung)Zusatzbaustein einer Berufsunfähigkeitsversicherungtypischerweise nach sechs Monaten ununterbrochener KrankschreibungMonatsrente in Höhe der BU-Rente, zeitlich begrenzt
Krankentagegeldversicherung (im weiteren Sinn)eigener Vertrag bei einem privaten Krankenversichererab dem vereinbarten Krankheitstag, z. B. nach Ende der LohnfortzahlungTagegeld, das die Lücke zwischen Nettolohn und Krankengeld schließt

Als eigenständiger Rentenvertrag nur gegen Arbeitsunfähigkeit wird die Absicherung am Markt kaum angeboten. Üblich ist die Kombination: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Arbeitsunfähigkeitsklausel sichert sowohl die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit als auch die dauerhafte Berufsunfähigkeit ab. Die Grenzen zwischen Arbeitsunfähigkeits-, Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung sind in der Umgangssprache fließend – in den Versicherungsbedingungen sind sie es nicht.

Wann gilt man als arbeitsunfähig?

Arbeitsunfähig ist, wer seine Arbeit wegen einer Krankheit oder Verletzung vorübergehend nicht ausüben kann und dafür ärztlich krankgeschrieben ist. Anders als bei der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit besteht Aussicht auf Besserung: Die Ursache ist meist eine zeitlich abschätzbare Situation, etwa eine Erkältung, ein Knochenbruch oder eine Risikoschwangerschaft. Nachgewiesen wird die Arbeitsunfähigkeit durch die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, den sogenannten gelben Schein.

Arbeitnehmer müssen ihrem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich mitteilen. Dauert sie länger als drei Kalendertage, muss sie ärztlich festgestellt werden; der Arbeitgeber darf den Nachweis auch früher verlangen (§ 5 EFZG). Bei gesetzlich Versicherten übermittelt die Arztpraxis die Bescheinigung inzwischen elektronisch an die Krankenkasse, bei der der Arbeitgeber sie abruft (eAU).

Wie sind Sie bei Arbeitsunfähigkeit gesetzlich abgesichert?

Arbeitnehmer erhalten zuerst bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld – das aber spürbar unter dem Nettolohn liegt und zeitlich begrenzt ist.

Einkommen bei längerer Krankheit (gesetzlich versicherte Arbeitnehmer)

  1. 1

    Woche 1 bis 6: Lohnfortzahlung

    Der Arbeitgeber zahlt das volle Arbeitsentgelt bis zu sechs Wochen weiter, wenn das Arbeitsverhältnis seit mindestens vier Wochen besteht (§ 3 EFZG).

  2. 2

    Ab Woche 7: Krankengeld

    Die Krankenkasse zahlt 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts (§ 47 SGB V). Davon gehen noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab.

  3. 3

    Höchstens 78 Wochen

    Wegen derselben Krankheit gibt es Krankengeld höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Die Wochen der Lohnfortzahlung zählen mit (§ 48 SGB V).

  4. 4

    Danach: Aussteuerung

    Wer dann noch nicht arbeiten kann, ist auf Arbeitslosengeld oder – bei dauerhaft stark eingeschränkter Leistungsfähigkeit – auf die Erwerbsminderungsrente angewiesen.

Die Lücke zwischen Nettolohn und Krankengeld kann über Monate spürbar sein. Genau hier setzt die Arbeitsunfähigkeitsversicherung an: Die Krankentagegeldversicherung schließt die Lücke ab dem vereinbarten Tag, die AU-Klausel zahlt bei längerer Krankschreibung eine Rente zusätzlich zum gesetzlichen Krankengeld.

Wer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, erhält vom Staat allenfalls eine Erwerbsminderungsrente – und die fällt meist deutlich niedriger aus als das frühere Einkommen:

durchschnittliche Erwerbsminderungsrente
1.067 €

Zahlbetrag im Rentenzugang 2025 (2024: 1.041 €)

neue Erwerbsminderungsrenten
175.978

Rentenzugang 2025

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Jahresbericht „In Zahlen 2025“, Stand 2025

Das Krankengeld ist zudem gedeckelt: Berücksichtigt wird das Entgelt nur bis zur kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze (§ 47 Abs. 6 SGB V). Wer mehr verdient, erhält deshalb anteilig noch weniger.

höchstes Krankengeld je Kalendertag
135,63 €

70 % von 193,75 € (Beitragsbemessungsgrenze ÷ 360, § 47 Abs. 1 und 6 SGB V), brutto, 2026

Beitragsbemessungsgrenze Kranken-/Pflegeversicherung
69.750 €

pro Jahr (5.812,50 € im Monat), 2026

Quelle: GKV-Spitzenverband, Faktenblatt „Rechengrößen der Sozialversicherung 2026“, Stand 2026

Was gilt für Privatversicherte und Selbstständige?

Selbstständige erhalten keine Lohnfortzahlung; freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige bekommen Krankengeld nur mit Wahlerklärung – und dann erst ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, also ab dem 43. Krankheitstag. Privatversicherte sichern sich über ein Krankentagegeld mit selbst gewählter Karenzzeit ab.

GruppeAnspruchBeginn der ZahlungRechtsgrundlage
Gesetzlich versicherte ArbeitnehmerLohnfortzahlung, danach KrankengeldKrankengeld ab dem Tag nach Ende der Lohnfortzahlung (in der Regel Tag 43)§ 3 EFZG, §§ 44, 46, 47 SGB V
Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige ohne Wahlerklärungkein Krankengeld–§ 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB V
Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige mit WahlerklärungKrankengeld wie oben berechnet (aus dem Arbeitseinkommen)ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit§ 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, § 46 SGB V
Selbstständige mit Wahltarif Krankengeld der KrankenkasseKrankengeld nach Tarif, auch früherer Beginn möglichnach Tarif; Mindestbindung drei Jahre§ 53 Abs. 6 und 8 SGB V
Privat Krankenversicherte (Arbeitnehmer und Selbstständige)Krankentagegeld nach Vertragab der vereinbarten Karenzzeit (Arbeitnehmer meist ab Tag 43)Versicherungsvertrag

Die Wahlerklärung gibt das Mitglied gegenüber seiner Krankenkasse ab. Geht sie während einer bereits bestehenden Arbeitsunfähigkeit ein, wirkt sie erst ab dem Tag nach deren Ende (§ 44 Abs. 2 SGB V) – sie lässt sich also nicht nachträglich für eine laufende Erkrankung nutzen. Wer als Selbstständiger schon vor der siebten Woche Geld braucht, kann einen Wahltarif der Krankenkasse oder ein privates Krankentagegeld mit kürzerer Karenzzeit vereinbaren.

Privat Krankenversicherte haben keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld. Sie sichern ihren Verdienstausfall über eine private Krankentagegeldversicherung ab, deren Beginn (Karenzzeit) sie selbst festlegen. Das Krankentagegeld überbrückt die Zeit der Krankschreibung, endet aber in der Regel, wenn eine Berufsunfähigkeit festgestellt wird – ab dann soll die BU zahlen. Die AU-Klausel in der BU ist dazu keine Alternative, sondern eine Ergänzung für längere Krankheitsphasen: Sie leistet meist erst nach mehreren Monaten Krankschreibung (siehe unten). Für Selbstständige und Privatversicherte ist die Kombination deshalb besonders wichtig – mehr dazu auf der Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit?

Der entscheidende Unterschied liegt in der Dauer: Arbeitsunfähigkeit ist vorübergehend und wird durch den gelben Schein belegt, Berufsunfähigkeit ist voraussichtlich dauerhaft und wird vom Versicherer in einer Leistungsprüfung festgestellt. Berufsunfähigkeit kann auch den Rest des Erwerbslebens bestehen – die BU-Rente wird dann bis zum vereinbarten Ende der Leistungsdauer gezahlt, meist bis zum Rentenalter.

Bei der Unterscheidung ist die ärztliche Einschätzung entscheidend. Geht der Arzt davon aus, dass nach einer Zeit der Erholung, vielleicht auch nach einer Reha-Maßnahme, die Genesung eintritt, erfolgt eine Krankschreibung – also die Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit. Liegt dagegen eine Berufsunfähigkeit vor, ist die Rückkehr in den bisherigen Beruf ausgeschlossen, solange sich der Gesundheitszustand nicht deutlich verbessert.

Als berufsunfähig gilt in den meisten Tarifen, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann (§ 172 VVG). Zwar stellt der Arzt zunächst ein Attest aus, aus dem die Krankheit oder Verletzung hervorgeht. Ob tatsächlich eine Berufsunfähigkeit besteht, entscheiden aber die Leistungsprüfer des BU-Versicherers. Mehr dazu erklärt die Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

MerkmalArbeitsunfähigkeit (AU-Klausel)Berufsunfähigkeit (BU)Erwerbsunfähigkeit (EU)
Zustandvorübergehend, Genesung absehbarvoraussichtlich dauerhaftvoraussichtlich dauerhaft
Bezugaktuelle Arbeitzuletzt ausgeübter Berufjede Erwerbstätigkeit
Nachweisärztliche KrankschreibungLeistungsprüfung des VersicherersLeistungsprüfung des Versicherers
Gradkein Mindestgradmeist mind. 50 %meist weniger als 3 Stunden täglich
Leistungsdauerbegrenzt, je nach Tarif meist 18 bis 36 Monatebis zum Ende der Leistungsdauer, meist Rentenalterbis zum Ende der Leistungsdauer

Wie funktioniert die AU-Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Mit der AU-Klausel zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung schon dann eine Monatsrente, wenn Sie längere Zeit ununterbrochen krankgeschrieben sind – typischerweise sechs Monate –, auch wenn (noch) keine Berufsunfähigkeit festgestellt ist. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet sonst erst, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich mindestens sechs Monate besteht. Doch nicht jeder, der sechs Monate oder länger arbeitsunfähig ist, gilt automatisch auch als berufsunfähig.

Bei einem komplizierten Knochenbruch oder Bänderriss kann etwa von Anfang an durch Operationen Aussicht auf vollständige Genesung bestehen. In solchen Fällen zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung ohne AU-Klausel nicht. Um diese Versorgungslücke zu schließen, können Sie in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Arbeitsunfähigkeitsklausel vereinbaren – der Volksmund spricht auch von der „Gelber-Schein-Klausel“.

So läuft die Leistung aus der AU-Klausel typischerweise ab:

Wann ist eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Sinnvoll ist die AU-Klausel vor allem für Selbstständige und Privatversicherte sowie für Gutverdiener, bei denen das gesetzliche Krankengeld oder ein vorhandenes Krankentagegeld das Einkommen nicht ausreichend absichert. Selbstständige erhalten schon ab dem ersten Krankheitstag keine Lohnfortzahlung. Doch auch für gesetzlich Versicherte, die sich finanziell nicht einschränken möchten, kann sich die Klausel lohnen.

AU-Klausel in der BU: Vor- und Nachteile

Dafür spricht

  • Leistung schon bei längerer Krankschreibung, ohne dass eine Berufsunfähigkeit festgestellt werden muss.
  • Einfacher Nachweis über die ärztliche Krankschreibung statt aufwendiger BU-Leistungsprüfung.
  • Rente zusätzlich zum gesetzlichen Krankengeld, häufig rückwirkend ab Beginn der Krankschreibung.
  • Schließt die Lücke bei langen, aber heilbaren Erkrankungen – etwa komplizierten Brüchen oder Operationen.

Dagegen spricht

  • Aufpreis auf den Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Keine Zahlung in den ersten Monaten: Die Leistung beginnt meist erst nach sechs Monaten Krankschreibung.
  • Zeitlich begrenzt, je nach Tarif meist auf 18 bis 36 Monate.
  • Nachweisanforderungen unterscheiden sich stark je Tarif.

Wer auf Zahlungen direkt nach dem Wegfall der Lohnfortzahlung angewiesen ist, sollte zusätzlich eine Krankentagegeldversicherung abschließen. Sie leistet kurzfristiger und wird über einen separaten Vertrag geregelt. Sie kann später auch gekündigt werden, ohne dass dies Einfluss auf die Berufsunfähigkeitsversicherung hat. Einen Überblick, welche Absicherung der Arbeitskraft für wen passt, gibt der Beitrag Arbeitskraftabsicherungen – welche sind für wen geeignet?

Auch in anderen Produkten gibt es Arbeitsunfähigkeitsbausteine: Manche Tarife der Grundfähigkeitsversicherung bieten eine AU-Klausel an, die für einen begrenzten Zeitraum unabhängig von der Ursache zahlt.

Was kostet eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?

Eine pauschale Summe gibt es nicht: Die Kosten hängen davon ab, ob Sie ein Krankentagegeld oder eine BU mit AU-Klausel wählen, und von Leistungshöhe, Alter und Gesundheit – die AU-Klausel wird in der Regel gegen Aufpreis auf den BU-Beitrag angeboten. Was eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Diese Faktoren bestimmen den Beitrag

  • Art der Absicherung: private Krankentagegeldversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung mit Arbeitsunfähigkeitsklausel
  • Höhe der vereinbarten Leistung, die sich am aktuellen Nettoeinkommen orientieren sollte
  • Alter der versicherten Person beim Abschluss
  • Beruf und gesundheitliche Risiken (Gesundheitsfragen)
  • Tarifdetails wie Karenzzeit, Leistungsdauer und Nachweisanforderungen

Schließlich hängt die Höhe der Kosten auch vom Anbieter ab. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Arbeitsunfähigkeitsklausel sichert die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit und die Berufsunfähigkeit in einem Vertrag ab; die Klausel wird dabei meist gegen Aufpreis angeboten. Um umfassende Leistungen zu fairen Kosten zu erhalten, sollten Sie auf einen Vergleich der Anbieter und ihrer Tarife nicht verzichten.

Worauf sollten Sie bei der AU-Klausel achten?

Achten Sie vor allem darauf, ab wann und wie lange geleistet wird, welche Nachweise der Versicherer verlangt und ob rückwirkend gezahlt wird. Die Bedingungen der Versicherer unterscheiden sich hier deutlich – und genau diese Details entscheiden im Ernstfall über die Leistung.

Checkliste AU-Klausel

  • Ab wann wird geleistet – nach sechs Monaten Krankschreibung oder schon bei entsprechender ärztlicher Prognose?
  • Wird rückwirkend ab Beginn der Krankschreibung gezahlt?
  • Wie lange wird insgesamt geleistet (z. B. 18, 24 oder 36 Monate) – je Krankheitsfall oder für alle Arbeitsunfähigkeiten zusammen?
  • Genügt die ärztliche Krankschreibung, oder werden fachärztliche Bescheinigungen bzw. BU-Unterlagen verlangt?
  • Entfällt während der AU-Leistung die Beitragszahlung?
  • Wie ist der Übergang zur BU-Rente geregelt, wenn die Krankheit dauerhaft bleibt?

Welche weiteren Klauseln in einer Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig sind, lesen Sie im Abschnitt Auf welche Klauseln sollte man beim Abschluss der BU achten? und im Ratgeber zu den Fallstricken der BU-Versicherung.

Warum sollten Sie auf individuelle Beratung und einen Vergleich nicht verzichten?

Weil sich Leistungsbeginn, Leistungsdauer, Nachweise und Beiträge der AU-Klauseln stark unterscheiden, zeigt erst der Vergleich, welcher Tarif zu Ihrer Situation passt. Nicht nur die Leistungen, sondern auch die Kosten unterscheiden sich. Damit Sie beim Abschluss einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung tatsächlich das bekommen, was Sie brauchen, sollten Sie unsere individuelle Beratung nutzen.

Wir ermitteln, welche Versicherung Ihre Bedürfnisse am besten abdeckt, und zeigen Ihnen im Vergleich die verschiedenen Versicherer mit ihren Leistungen und Kosten. So finden Sie den Tarif mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Häufige Fragen

Ab wann bekommen Selbstständige Krankengeld?
Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige erhalten Krankengeld nur, wenn sie gegenüber ihrer Krankenkasse eine Wahlerklärung abgegeben haben (§ 44 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Dann zahlt die Kasse ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit, also ab dem 43. Krankheitstag (§ 46 SGB V). Einen früheren Beginn ermöglicht ein Wahltarif der Krankenkasse (§ 53 Abs. 6 SGB V) oder ein privates Krankentagegeld mit kürzerer Karenzzeit.
Was ist eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Mit Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist meist eine Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) in einer Berufsunfähigkeitsversicherung gemeint. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie längere Zeit krankgeschrieben sind, ohne dass eine Berufsunfähigkeit geprüft werden muss. Im weiteren Sinn wird auch die Krankentagegeldversicherung so bezeichnet, die die Lücke zwischen Nettolohn und Krankengeld schließt.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit?
Arbeitsunfähig ist, wer vorübergehend krankheitsbedingt nicht arbeiten kann und dafür krankgeschrieben ist; eine Genesung ist absehbar. Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft, in den meisten Tarifen mindestens sechs Monate, zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Die Arbeitsunfähigkeit belegt der gelbe Schein, über die Berufsunfähigkeit entscheidet der Versicherer nach einer Leistungsprüfung.
Wie lange zahlt der Arbeitgeber bei Krankheit?
Arbeitnehmer erhalten bei Arbeitsunfähigkeit bis zu sechs Wochen lang ihr volles Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber weiter (§ 3 EFZG). Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis seit mindestens vier Wochen besteht. Danach zahlt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse Krankengeld.
Wie hoch ist das Krankengeld und wie lange wird es gezahlt?
Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze, höchstens aber 90 Prozent des Nettoentgelts (§ 47 SGB V); davon gehen noch Sozialversicherungsbeiträge ab. Wegen derselben Krankheit wird es höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt, wobei die Zeit der Lohnfortzahlung mitzählt (§ 48 SGB V).
Wann zahlt die AU-Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung?
Typischerweise zahlt die AU-Klausel, wenn Sie ununterbrochen sechs Monate krankgeschrieben sind; manche Tarife leisten schon früher, wenn ärztlich absehbar ist, dass die Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate dauert. Die Rente wird dann meist rückwirkend gezahlt. Welche Nachweise nötig sind, etwa eine fachärztliche Bescheinigung, regelt der jeweilige Tarif.
Wie lange zahlt eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung?
Die Leistung aus der AU-Klausel ist zeitlich begrenzt, je nach Tarif meist auf insgesamt 18 bis 36 Monate. Sie endet früher, wenn Sie wieder arbeitsfähig sind oder eine Berufsunfähigkeit anerkannt wird; dann zahlt die BU-Rente weiter. Ob die Höchstdauer für alle Arbeitsunfähigkeiten zusammen gilt, unterscheidet sich je nach Tarif.
Für wen ist eine AU-Klausel sinnvoll?
Besonders für Selbstständige, die weder Lohnfortzahlung noch automatisch Krankengeld erhalten, und für Menschen, deren Einkommen deutlich über dem Krankengeld liegt. Auch wer lange Leistungsprüfungen bei der BU vermeiden möchte, profitiert, weil der gelbe Schein als Nachweis genügt. Die Klausel kostet allerdings einen Aufpreis auf den BU-Beitrag.
Ersetzt die AU-Klausel eine Krankentagegeldversicherung?
Nein. Die AU-Klausel leistet in der Regel erst nach mehreren Monaten Krankschreibung, das Krankentagegeld dagegen ab dem vereinbarten Tag, etwa direkt nach dem Ende der Lohnfortzahlung. Wer auf regelmäßige Zahlungen ab der siebten Krankheitswoche angewiesen ist, braucht deshalb ein Krankentagegeld; die AU-Klausel ergänzt die BU für längere Ausfälle.
Quellen (8)· Stand September 2026· Redaktion: Christian Fröhner
  1. GKV-Spitzenverband: Faktenblatt Rechengrößen der Sozialversicherung 2026 (Beitragsbemessungsgrenze) (2026)
  2. Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch V, § 46 Entstehen des Anspruchs auf Krankengeld
  3. Bundesministerium der Justiz: Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), § 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  4. Bundesministerium der Justiz: Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), § 5 Anzeige- und Nachweispflichten
  5. Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch V, § 47 Höhe und Berechnung des Krankengeldes
  6. Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch V, § 48 Dauer des Krankengeldes
  7. Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch V, § 44 Krankengeld
  8. Bundesministerium der Justiz: Versicherungsvertragsgesetz (VVG), § 172 Leistung des Versicherers (Berufsunfähigkeit)

Rechtsstand: September 2026. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG), Nachweispflicht nach § 5 EFZG; Krankengeld nach §§ 44, 46, 47 und 48 SGB V (70 % des Regelentgelts bis zur kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze, höchstens 90 % des Nettoentgelts, wegen derselben Krankheit höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren; Selbstständige nur mit Wahlerklärung ab der siebten Woche), Wahltarif Krankengeld nach § 53 Abs. 6 SGB V; Beitragsbemessungsgrenze 2026 nach der Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026; Berufsunfähigkeit nach § 172 VVG. Die Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) ist gesetzlich nicht geregelt; Voraussetzungen und Leistungsdauer ergeben sich allein aus den Bedingungen des jeweiligen Tarifs.

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