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Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich

Ratgeber · Dienstunfähigkeitsversicherung

Dienstunfähigkeitsversicherung

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  • Ratgeber: Dienstunfähigkeitsversicherung
  • Für Beamte auf Widerruf, Probe und Lebenszeit
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Aktualisiert am Lesezeit ca. 17 Minuten

Das Risiko einer Dienstunfähigkeit für Beamte und Beamtenanwärter wird oft unterschätzt. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung sichert die versicherte Person finanziell ab.

Eine Dienstunfähigkeit tritt bei Beamten und Beamtenanwärtern ein, wenn sie ihren Dienstpflichten aufgrund körperlicher oder gesundheitlicher Einschränkungen dauerhaft nicht mehr nachkommen können. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern oder Selbstständigen ohne Beamtenstatus werden sie nicht berufsunfähig, sondern dienstunfähig.

Dienstunfähige Beamte erhalten unter bestimmten Voraussetzungen ein Ruhegehalt. Die Versorgungslücke für dienstunfähige Beamte und Beamtenanwärter kann einen gravierenden Einschnitt im Lebensstandard darstellen. Die Dienstunfähigkeitsversicherung kann diese Lücke schließen. Grundlagen zur Absicherung der Arbeitskraft erklärt unser Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung; einen kostenfreien Vergleich fordern Sie unverbindlich an.

Wie funktioniert die Dienstunfähigkeitsversicherung?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn der Dienstherr den Beamten wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlässt. Beim Abschluss der DU-Versicherung wird die Versicherungsleistung entsprechend der entstehenden individuellen Versorgungslücke festgelegt. Die zu leistenden Beiträge werden aufgrund verschiedener Faktoren berechnet, etwa Eintrittsalter, Rentenhöhe, Laufzeit, Dienstlaufbahn und Gesundheitszustand.

Technisch ist die Dienstunfähigkeitsversicherung in der Regel eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die um eine Dienstunfähigkeitsklausel (auch Beamtenklausel) erweitert wurde. Mit dieser Klausel wird die Dienstunfähigkeit der Berufsunfähigkeit gleichgestellt. Wie gut der Schutz ist, hängt vor allem davon ab, wie die Klausel formuliert ist – mehr dazu im Abschnitt zu echter und unechter Dienstunfähigkeitsklausel.

Was ist der Unterschied zwischen Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit?

Über die Dienstunfähigkeit entscheidet der Dienstherr nach Beamtenrecht, über die Berufsunfähigkeit der Versicherer nach seinen Vertragsbedingungen – ein dienstunfähiger Beamter ist deshalb nicht automatisch berufsunfähig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn die versicherte Person ihren Beruf aufgrund von Krankheit, Unfall oder Invalidität nicht mehr ausüben kann. Die versicherte Person kann jedoch noch erwerbsfähig sein. Für Beamte und Beamtenanwärter reicht die einfache Berufsunfähigkeitsversicherung nicht aus, da sie bei Dienstunfähigkeit nicht immer zahlt.

Berufsunfähigkeit: Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn eine Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf aufgrund von Krankheit, Invalidität oder Unfall voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann (§ 172 VVG). Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet häufig bereits dann, wenn der Versicherte den zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann, aber noch in der Lage ist, einer anderen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Wie viele Stunden die Person auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch arbeiten könnte, spielt dafür keine Rolle – diese Grenze (unter drei bzw. sechs Stunden täglich) gilt nur für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

Dienstunfähigkeit: Ein Beamter auf Lebenszeit ist dienstunfähig, wenn er wegen seines körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung seiner Dienstpflichten dauernd unfähig ist (§ 44 BBG für Bundesbeamte, § 26 BeamtStG für Landes- und Kommunalbeamte). Dabei wird zwischen der vorübergehenden Dienstunfähigkeit (Krankschreibung) und der dauerhaften Dienstunfähigkeit unterschieden. Über die dauerhafte Dienstunfähigkeit entscheidet der Dienstherr, in der Regel auf Grundlage eines amtsärztlichen Gutachtens. Oft wird eine Dienstunfähigkeit schon früher festgestellt als eine Berufsunfähigkeit.

MerkmalBerufsunfähigkeitDienstunfähigkeit
Wer entscheidet?privater VersichererDienstherr (Bund, Land, Kommune)
Maßstabzuletzt ausgeübter Beruf, meist ab 50 % EinschränkungDienstpflichten im Amt, dauernde Unfähigkeit
Grundlage§ 172 VVG und Tarifbedingungen§ 44 BBG, § 26 BeamtStG, Landesrecht
FolgeBU-Rente aus dem VertragRuhestand mit Ruhegehalt oder Entlassung

Wie sind Beamte ohne Dienstunfähigkeitsversicherung abgesichert?

Ohne private Dienstunfähigkeitsversicherung sind nur Beamte auf Lebenszeit mit mindestens fünf Dienstjahren über ein Ruhegehalt abgesichert – alle anderen werden bei Dienstunfähigkeit in der Regel entlassen. Nicht jeder Beamte hat bei Dienstunfähigkeit Anspruch auf ein Ruhegehalt. Dieses Ruhegehalt wird nur bei bestimmten Voraussetzungen gezahlt, die Höhe ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Beamtenanwärter bekommen bei Dienstunfähigkeit kein Ruhegehalt.

Wurde keine DU-Versicherung abgeschlossen, kann eine gravierende Versorgungslücke entstehen. Die gesetzliche Absicherung bei Dienstunfähigkeit unterscheidet sich abhängig vom Beamtenstatus:

BeamtenverhältnisFolge der DienstunfähigkeitVersorgung
Beamte auf Widerruf (Anwärter, Referendare)Entlassungkein Ruhegehalt; Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung
Beamte auf Probein der Regel EntlassungNachversicherung; Ruhegehalt nur nach Dienstunfall zwingend
Beamte auf LebenszeitVersetzung in den RuhestandRuhegehalt nach fünf Jahren Wartezeit oder nach Dienstunfall

Absicherung als „Beamte auf Widerruf“

Da sich Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst befinden, haben sie keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt. Sie werden bei Dienstunfähigkeit aus dem Dienst entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert (§ 8 SGB VI). Rückwirkend werden aufgrund der Bruttobezüge und der geltenden Beitragssätze Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt.

Ein Versorgungsanspruch an den Dienstherrn besteht nicht. Ohne DU-Versicherung gehen Beamte auf Widerruf bei einer Dienstunfähigkeit häufig leer aus. Bei einigen Versicherungsgesellschaften sind in der DU-Versicherung Dienstanfänger-Policen für Beamte auf Widerruf verfügbar. Mehr dazu im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamtenanwärter.

Absicherung als „Beamte auf Probe“

Wer einen Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn abgeschlossen hat und eine Probezeit durchläuft, gilt als Beamter auf Probe. Diese Probezeit kann bis zu fünf Jahre dauern (§ 10 BeamtStG). Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit in der Regel aus dem Dienst entlassen und wie Beamte auf Widerruf in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.

Ein Versorgungsanspruch an den Dienstherrn besteht zwingend nur bei einem Dienstunfall; aus anderen Gründen kann der Dienstherr den Beamten auf Probe in den Ruhestand versetzen, muss es aber nicht (§ 28 BeamtStG). Da Beamte auf Probe bei einer Dienstunfähigkeit sonst keine Leistungen erhalten, sollten sie mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung vorsorgen. Spezielle Dienstanfängerpolicen sind geeignet.

Absicherung als „Beamte auf Lebenszeit“

Zwischen Beamten auf Lebenszeit und ihrem Dienstherrn besteht ein Dienst- und Treueverhältnis. Wird ein Beamter auf Lebenszeit aufgrund von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, erhält er von seinem Dienstherrn ein Ruhegehalt. Dieses Ruhegehalt ist abhängig von den absolvierten Dienstjahren und steigt mit jedem Dienstjahr.

Da dieses Ruhegehalt in den ersten fünf Dienstjahren grundsätzlich nicht gezahlt wird, ist vor allem für diese Zeit eine Absicherung mit der DU-Versicherung zu empfehlen. Später kann in der Dienstunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente in Höhe der Differenz zwischen Nettoeinkommen und Ruhegehalt vereinbart werden. Was Beamte darüber hinaus beachten sollten, lesen Sie im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte und im Beitrag Dienstunfähigkeit bei Beamten.

Wie hoch ist das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit?

Beim Bund beträgt das Ruhegehalt 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge je Dienstjahr, mindestens 35 Prozent und höchstens 71,75 Prozent; bei Dienstunfähigkeit vor der Altersgrenze wird ein Versorgungsabschlag von bis zu 10,8 Prozent fällig (§ 14 BeamtVG). Das Ruhegehalt wird an Beamte auf Lebenszeit gezahlt, die aufgrund einer Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt werden. Der Dienstherr zahlt es als soziale Absicherung bei Dienstunfähigkeit. Ein Anspruch besteht nur für Beamte, die mindestens eine Dienstzeit von fünf Jahren abgeleistet haben oder einen Dienstunfall erlitten haben.

Ruhegehalt je Dienstjahr
1,79375 %

höchstens 71,75 % der ruhegehaltfähigen Bezüge

Mindestruhegehalt
35 %

oder amtsunabhängige Mindestversorgung, falls günstiger

max. Versorgungsabschlag
10,8 %

3,6 % je Jahr vor der Altersgrenze

Wartezeit
5 Jahre

entfällt bei Dienstunfall

Quelle: §§ 4, 13 und 14 Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) des Bundes, Stand September 2026

Nach fünf Jahren Dienstzeit haben Beamte auf Lebenszeit Anspruch auf eine Mindestversorgung: Das Ruhegehalt beträgt mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge oder – wenn das günstiger ist – die amtsunabhängige Mindestversorgung (§ 14 Abs. 4 BeamtVG). Mit jedem Dienstjahr steigt das Ruhegehalt. Pro Dienstjahr werden 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge angesetzt. Daraus ergibt sich bei einer Dienstzeit von 40 Jahren der Höchstsatz von 71,75 Prozent.

Wer vor dem 60. Lebensjahr dienstunfähig wird, bekommt die Zeit bis zum 60. Geburtstag zu zwei Dritteln als sogenannte Zurechnungszeit angerechnet (§ 13 BeamtVG). Das Ruhegehalt kann bei einer entsprechenden Dienstzeit deutlich höher als die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausfallen. Die Länder haben eigene Versorgungsgesetze mit teils abweichenden Werten.

Vereinfachte Beispiele (ohne Zurechnungszeit und Versorgungsabschlag):

Dienstzeitruhegehaltfähige BezügeRuhegehaltssatzRuhegehalt (brutto)
5 Jahre3.500 €35 % (Mindestruhegehalt)1.225 €
32 Jahre4.200 €57,4 % (32 × 1,79375 %)2.410,80 €

Bezieht ein Beamter nach einer Dienstzeit von fünf Jahren Bezüge von 3.500 Euro und wird er dienstunfähig, hat er Anspruch auf das Mindestruhegehalt von 35 Prozent, also 1.225 Euro. Besser gestellt ist ein Beamter, der nach einer Dienstzeit von 32 Jahren wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt wird: Er kommt auf 57,4 Prozent seiner zuletzt bezogenen 4.200 Euro, also 2.410,80 Euro. Tatsächlich wird der Betrag durch den Versorgungsabschlag gemindert.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Dienstunfähigkeit?

Die häufigste Ursache für eine Dienstunfähigkeit sind psychische und psychosomatische Erkrankungen – bei Bundesbeamten waren sie laut Versorgungsbericht der Bundesregierung bei der Hälfte der Männer und zwei Dritteln der Frauen der Grund. Die Ursachen für eine Dienstunfähigkeit und damit verbunden ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem aktiven Dienst sind vielfältig. Die häufigsten Ursachen nach dem Fünften Versorgungsbericht der Bundesregierung (2013) sind:

UrsacheMännerFrauen
psychische und psychosomatische Erkrankungen, Verhaltensstörungen50 %66 %
Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems19 %13 %
Krankheiten des Nervensystems13 %8 %
Herz-Kreislauf-Erkrankungen8 %1 %
Krebserkrankungen2 %5 %
Stoffwechselerkrankungen2 %2 %
sonstige Erkrankungen6 %5 %

Die Zahlen sind älter, das Bild hat sich seitdem aber nicht grundlegend verändert. Wie häufig Dienstunfähigkeit insgesamt ist, zeigt die Statistik des Statistischen Bundesamts: Rund jeder sechste neue Pensionär scheidet wegen Dienstunfähigkeit aus dem Dienst aus.

Neupensionierungen wegen Dienstunfähigkeit
17 %

Anteil an allen Neupensionierungen 2024

Durchschnittsalter
55,8 Jahre

bei Pensionierung wegen Dienstunfähigkeit 2024

Neupensionierungen 2024
55.900

Beamte, Richter und Berufssoldaten

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 455 vom 17.12.2025, Stand Dezember 2025

In dieser Statistik fehlen Beamte auf Widerruf und auf Probe, die wegen Dienstunfähigkeit entlassen werden – sie tauchen als Pensionäre gar nicht auf. Das tatsächliche Risiko, dienstunfähig zu werden, dürfte daher eher höher liegen.

Ab wann ist ein Beamter dienstunfähig und was ist begrenzte Dienstfähigkeit?

Dienstunfähig ist ein Beamter, der seine Dienstpflichten dauernd nicht mehr erfüllen kann; begrenzt dienstfähig ist, wer sie noch während mindestens der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit erfüllen kann (§ 45 BBG, § 27 BeamtStG). Eine Dienstunfähigkeit kann auch angenommen werden, wenn ein Beamter infolge einer Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass er innerhalb weiterer sechs Monate wieder voll dienstfähig wird. Diese Frist gilt beim Bund; die Länder legen sie in ihren Beamtengesetzen selbst fest.

Bevor ein Beamter in den Ruhestand versetzt wird, prüft der Dienstherr außerdem, ob er anderweitig verwendet werden kann – etwa in einem anderen Amt („Weiterverwendung vor Versorgung“).

Die begrenzte Dienstfähigkeit wird umgangssprachlich auch als Teildienstunfähigkeit bezeichnet. Sie soll eine vorzeitige Versetzung des Beamten in den Ruhestand oder Entlassung aus dem Dienst verhindern. Der Beamte arbeitet nach § 27 BeamtStG bzw. § 45 BBG mit verkürzter Arbeitszeit weiter; das Arbeitspensum kann bis auf die Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit verkürzt werden. Die Besoldung wird entsprechend gekürzt, viele Dienstherren zahlen einen Zuschlag. Nicht jede Dienstunfähigkeitsversicherung leistet in diesem Fall – prüfen Sie die Bedingungen.

Wie hoch ist die Versorgungslücke und welche DU-Rente ist sinnvoll?

Die DU-Rente sollte die Differenz zwischen Ihrem aktuellen Nettoeinkommen und dem zu erwartenden Ruhegehalt schließen – für Anwärter, Beamte auf Probe und Beamte in den ersten fünf Dienstjahren ist das in der Regel das volle Einkommen. Wie hoch eine Versorgungslücke bei Dienstunfähigkeit ist, hängt davon ab, ob und in welcher Höhe ein Ruhegehalt gezahlt wird und wie hoch die monatliche Rente aus einer privaten DU-Versicherung vereinbart wurde.

Damit die Versorgungslücke gleich null ist, sollte die monatliche Rente in der Dienstunfähigkeitsversicherung als Differenz zwischen dem vorhandenen Einkommen und dem Ruhegehalt vereinbart werden. Dafür ist zuerst das Ruhegehalt zu ermitteln, das von Ihren Dienstjahren abhängt.

Bei Beamten auf Probe, Beamten auf Widerruf und Beamten auf Lebenszeit mit einer Dienstzeit von weniger als fünf Jahren macht die Versorgungslücke das volle Gehalt aus, wenn keine DU-Versicherung abgeschlossen wird. Sie beziehen bei Dienstunfähigkeit kein Einkommen vom Dienstherrn und sollten die DU-Versicherung in Höhe ihres aktuellen Einkommens abschließen. Viele Versicherer bieten Dienstanfänger-Policen an, um diese Versorgungslücke zu schließen.

In der gesetzlichen Rentenversicherung werden die Betroffenen nachversichert. Ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente setzt aber in der Regel die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren und drei Jahre Pflichtbeiträge in den letzten fünf Jahren voraus (§ 43 SGB VI). Die volle Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn man auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann – eine bloße Dienstunfähigkeit genügt dafür nicht. Diese Rente fällt zudem deutlich geringer als ein Ruhegehalt aus: Im Rentenzugang 2025 lag sie im Durchschnitt bei rund 1.067 € im Monat (Deutsche Rentenversicherung).

Da Sie nach der Verbeamtung auf Lebenszeit und nach einer Dienstzeit von fünf Jahren Anspruch auf ein Ruhegehalt haben, sollten Sie beim Abschluss der DU-Versicherung auf die Option einer Herabsetzung der Leistung achten.

Was ist der Unterschied zwischen echter und unechter Dienstunfähigkeitsklausel?

Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel übernimmt der Versicherer die Entscheidung des Dienstherrn ohne eigene Prüfung, bei einer unechten prüft er zusätzlich selbst, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt. Hinzu kommt die Unterscheidung zwischen vollständigen und unvollständigen Klauseln: Vollständig ist eine Klausel, wenn sie neben der Versetzung in den Ruhestand auch die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit abdeckt.

Beamte und Beamtenanwärter, die von ihrem Dienstherrn als dienstunfähig eingestuft wurden, gelten nicht automatisch als berufsunfähig. Um als berufsunfähig zu gelten, muss der Versicherte in der Berufsunfähigkeitsversicherung seinen Beruf meist zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Die Dienstunfähigkeitsklausel sorgt dafür, dass Beamte Geld aus der Versicherung erhalten, wenn sie von ihrem Dienstherrn aufgrund von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlassen werden. Es gibt verschiedene Varianten der Dienstunfähigkeitsklausel.

KlauselLeistet bei Ruhestand wegen DULeistet bei Entlassung wegen DUEigene BU-Prüfung des Versicherers
echt und vollständigjajanein
echt, aber unvollständigjanur bei Berufsunfähigkeit nach den Bedingungennein (nur bei Ruhestand)
unechtnur bei Berufsunfähigkeit nach den Bedingungennur bei Berufsunfähigkeit nach den Bedingungenja

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel besagt, dass die Dienstunfähigkeitsversicherung leistet, wenn der Beamte wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder – bei einer vollständigen Klausel – entlassen wurde. Der Bescheid des Dienstherrn und das amtsärztliche Gutachten genügen; der Versicherer prüft nicht selbst, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt.

Es spielt keine Rolle, welche Erkrankung die Ursache für die Dienstunfähigkeit war. Ist die echte Klausel zugleich vollständig, schützt sie Beamte auf Lebenszeit, Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf. Sie wird auch als Beamtenklausel bezeichnet.

Die unvollständige Dienstunfähigkeitsklausel

Mit der unvollständigen Dienstunfähigkeitsklausel sind im Kern nur Beamte auf Lebenszeit abgesichert. Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe sind mit dieser Klausel in der DU-Versicherung nicht ausreichend abgesichert.

Nach der unvollständigen Dienstunfähigkeitsklausel erfolgt eine Rentenzahlung nur bei Versetzung der versicherten Person in den Ruhestand, nicht aber bei einer Entlassung aus dem Dienst. Wird die versicherte Person aus dem Dienst entlassen, wird anhand einer medizinischen Überprüfung wie bei einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung entschieden, ob eine Leistung gewährt wird.

Die unechte Dienstunfähigkeitsklausel

Bei der unechten Dienstunfähigkeitsklausel behält sich der Versicherer vor, zusätzlich selbst zu prüfen, ob eine Berufsunfähigkeit im Sinne der Vertragsbedingungen vorliegt. Selbst wenn der Dienstherr die Dienstunfähigkeit festgestellt hat, kann die Leistung dann verweigert werden. Die unechte Klausel ist nicht dasselbe wie die unvollständige: Eine Klausel kann echt, aber unvollständig sein – oder unecht und trotzdem die Entlassung einbeziehen.

Worauf sollten Beamte beim Abschluss einer Dienstunfähigkeitsversicherung achten?

Entscheidend sind eine echte und vollständige Dienstunfähigkeitsklausel, eine Rente, die die Versorgungslücke schließt, und eine Laufzeit bis zur Altersgrenze. Die Prämien in der Dienstunfähigkeitsversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Trotzdem lohnt sich ein Vergleich der Prämien und Leistungen bei den verschiedenen Anbietern.

Checkliste für die Dienstunfähigkeitsversicherung

  • Echte Dienstunfähigkeitsklausel: Der Versicherer übernimmt die Entscheidung des Dienstherrn ohne eigene Prüfung.
  • Vollständige Klausel: Leistung bei Versetzung in den Ruhestand und bei Entlassung wegen Dienstunfähigkeit.
  • Für Polizei, Justizvollzug und Feuerwehr: Anerkennung der speziellen Dienstunfähigkeit (z. B. Polizeidienstunfähigkeit).
  • Rentenhöhe so wählen, dass sie die Lücke zum Nettoeinkommen schließt – in den ersten Dienstjahren das volle Einkommen.
  • Option, die Rente nach der Verbeamtung auf Lebenszeit herabzusetzen.
  • Laufzeit bis zur regulären Altersgrenze, damit keine Lücke vor der Pension entsteht.
  • Nachversicherungsgarantie, um die Rente bei Beförderung, Heirat oder Geburt ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
  • Regelung für begrenzte Dienstfähigkeit prüfen.
  • Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten; bei Vorerkrankungen anonyme Risikovoranfrage nutzen.

Eine allgemeine Übersicht zu Klauseln, Kosten und Risiko der Berufsunfähigkeit finden Sie auf unserer Hauptseite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Häufige Fragen

Was ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung?
Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel (Beamtenklausel). Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn der Dienstherr einen Beamten wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt oder entlässt. Mit einer echten Klausel verzichtet der Versicherer dabei auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit.
Bekommen Beamte bei Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt?
Beamte auf Lebenszeit erhalten ein Ruhegehalt, wenn sie mindestens fünf Jahre Dienstzeit abgeleistet haben (Wartezeit nach § 4 BeamtVG) oder die Dienstunfähigkeit auf einen Dienstunfall zurückgeht. Beamte auf Widerruf und in der Regel auch Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und nur in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.
Dienstunfähigkeitsversicherung trotz Vorerkrankung?
Ein Abschluss ist mit Vorerkrankungen schwieriger, aber oft möglich – etwa mit einem Leistungsausschluss für die Vorerkrankung oder einem Risikozuschlag. Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Diabetes Typ 1, Rheuma oder Asthma lehnen manche Versicherer ab. Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt vorab, welcher Versicherer zu welchen Bedingungen annimmt. Einige Versicherer heben einen Ausschluss nach mehreren beschwerdefreien Jahren wieder auf.
Welche Alternativen gibt es, wenn der Antrag aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt wurde?
Möglich sind ein anderer Versicherer mit einem Leistungsausschluss oder Risikozuschlag für die Vorerkrankung. Alternativen zur Dienstunfähigkeitsversicherung sind die Dread-Disease-Versicherung zur Absicherung schwerer Erkrankungen und die Multi-Risk-Versicherung, die verschiedene Risiken bündelt. Beide leisten allerdings nicht bei jeder Dienstunfähigkeit.
Was ist wichtig, bevor ich einen Vertrag abschließe?
Vor dem Vertragsabschluss sollten Sie prüfen, welche Ansprüche Sie bei Dienstunfähigkeit schon haben, um eine Über- oder Unterversicherung zu vermeiden. Achten Sie auf eine echte und vollständige Dienstunfähigkeitsklausel, eine passende Rentenhöhe und Laufzeit sowie die Nachversicherungsgarantie. Prämien und Leistungen der Versicherer unterscheiden sich deutlich, ein Vergleich lohnt sich.
Mit welchen Kosten muss ich als Lehrer für die DU Versicherung rechnen?
Die Kosten hängen von Eintrittsalter, vereinbarter monatlicher Rente, Laufzeit, Berufsgruppe und eventuellen Vorerkrankungen ab. Für Einsteiger ohne Anspruch auf Ruhegehalt gibt es günstigere Einsteigertarife für Referendare. Ein Lehrer im Alter von 30 Jahren ohne Vorerkrankungen, der eine Laufzeit bis zum 63. Lebensjahr und eine monatliche Rente von 1.000 Euro vereinbart, muss – je nach Versicherer – mit monatlichen Beiträgen von ungefähr 55 Euro rechnen (unverbindliches Beispiel).
Was kann ich tun, wenn die Dienstunfähigkeitsversicherung zu teuer ist?
Achten Sie auf die Option, die Rente nach der Verbeamtung auf Lebenszeit herabzusetzen: Sobald ein Anspruch auf Ruhegehalt besteht, genügt eine geringere Rente, und der Beitrag sinkt. Alternativ können Sie zunächst eine geringere Rente vereinbaren und sie später über die Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.
Kann ich meine Dienstunfähigkeitsrente während der Laufzeit erhöhen?
Ja, wenn der Vertrag eine Nachversicherungsgarantie enthält. Sie erlaubt eine Erhöhung der Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung, meist bei bestimmten Anlässen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Beförderung und oft nur bis zu einem Höchstalter.
Quellen (6)· Stand September 2026· Redaktion: Christian Fröhner
  1. Bundesministerium der Justiz: Bundesbeamtengesetz (BBG), § 44 Dienstunfähigkeit
  2. Bundesministerium der Justiz: Beamtenstatusgesetz (BeamtStG), § 26 Dienstunfähigkeit
  3. Bundesministerium der Justiz: Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG), § 14 Höhe des Ruhegehalts
  4. Bundesministerium der Justiz: Sozialgesetzbuch VI, § 43 Rente wegen Erwerbsminderung
  5. Statistisches Bundesamt (Destatis): 0,9 % mehr Pensionärinnen und Pensionäre im öffentlichen Dienst im Jahr 2025, Pressemitteilung Nr. 455 (2025)
  6. Bundesministerium des Innern: Fünfter Versorgungsbericht der Bundesregierung (2013)

Rechtsstand: September 2026. Dienstunfähigkeit nach § 44 Bundesbeamtengesetz (BBG) und § 26 Beamtenstatusgesetz (BeamtStG), begrenzte Dienstfähigkeit nach § 45 BBG und § 27 BeamtStG, Ruhegehalt nach §§ 4, 13, 14 Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG) des Bundes; Nachversicherung und Erwerbsminderungsrente nach §§ 8, 43 SGB VI. Die Länder haben eigene Beamten- und Versorgungsgesetze mit teils abweichenden Werten.

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